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Der zwanzigarmige Riese Ravana.

Rama und Sita sind ein glückliches Ehepaar. Sie respektieren und lieben sich. Es scheint, als wenn Nichts dem Glück der Beiden etwas anhaben kann. Rama ist der älteste Sohn eines großen Königs, des Königs Dasharatha von Ayodha. Bald würde Rama von seinem Vater den Thron übernehmen. Rama ist ein guter und würdiger Thronfolger. Die Götter, die Menschen und die Tiere lieben ihn. Rama verfügt über viele gute Charaktereigenschaften. Er ist tapfer, klug, umsichtig und seiner geliebten Frau treu. Leider ist Ramas Stiefmutter Kaikeyi nicht damit einverstanden, dass Rama einst das Reich regieren soll. Sie würde lieber ihren eigenen Sohn Bharata als Thronfolger sehen. Tag und Nacht findet Kaikeyi keine Ruhe, bis es ihr mit Heimtücke und Hinterlist gelingt, ihren Sohn auf den Thron zu setzen und Rama in die Verbannung zu schicken. Ramas Frau Sita begleitet ihn und auch Ramas Halbbruder Lakshmana leistet dem Ehepaar Gesellschaft. Sie leben fortan im Wald und versuchen, sich das Leben einzurichten.


Doch Dämonen und böse Geister verfolgen das Trio und stören die kleine Familie unablässig. Besonders schlimm wird es, als sich die hässliche und garstige Riesin Shurpanaksha in Rama verliebt. Sie will Rama unbedingt zur Heirat zwingen, worauf sich Rama aber nicht im Geringsten einzulassen gedenkt. Das beschwört den Zorn der Riesin herauf. Die Riesin berät sich mit ihrem Bruder Ravana, dem König aller Dämonen. Ravana hat zehn Köpfe und zwanzig Arme. Er ist noch garstiger und hässlicher als seine Schwester Shurpanaksha. Zu Zweit hecken sie einen gemeinen Plan aus. Ravana soll Sita entführen und Shurpanaksha würde sich um Rama kümmern. Der Plan gelingt. Sita wird von Ravana geraubt und in seinem Luftwagen über das Meer zur Insel Lanka gebracht.

Die bösartige Riesin muss den Kampf aufnehmen.


Rama ist sehr verzweifelt, doch behält er einen kühlen Kopf. Er wendet sich an den Gott der Affen, den General der Affenarmee Hanuman. Hanuman erkennt schnell, dass hier Unrecht geschehen ist. Er ruft seine Affensoldaten zusammen. Gemeinsam bauen sie mit ihren Leibern eine Brücke über das Meer, die bis zur Insel Lanka reicht. Einer nach dem anderen kann so zur Festung des Ravana gelangen, wo Sita gefangen gehalten ist. Auf der Insel Lanka kommt es zur großen Schlacht zwischen den Dämonen und den Affen. Hanuman ist ein mutiger Feldherr. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er das Böse besiegen will. Mit geballter Faust und fletschenden Zähnen geht Hanuman auf den zehnköpfigen Riesen Ravana zu und droht ihm: “Meine fünffingrige Hand, die ich nun erhebe, wird Dir das Leben, das schon viel zu lange in deinem Körper war, entreißen”. Ravana schleudert dem
Affengeneral in großer Wut entgegen: “Ich werde dich zerstören!“ In diesem Moment springt Rama herbei und es kommt zum Zweikampf zwischen Ravana und Rama – zwischen Gut und Böse. Nach drei Tagen und drei Nächten unerbittlichen Kampfes gelingt es Rama, den bösen Riesen Ravana zu überwältigen. Er ist so glücklich, seine geliebte Gemahlin wieder zu sehen. Alle gemeinsam, Sita, Rama, der Halbbruder Lakshmana und die Affen, angeführt durch den tapfersten Feldherrn des Universums, dem Affengeneral Hanuman kehren wohlbehalten nach Hause zurück. Die Ordnung wird im Reich Ramas wieder hergestellt.

Ende gut - alles gut! Das Ehepaar ist wieder vereint.


Diese Geschichte ist in den Flachreliefs der westlichen Galerie von Angkor Wat bildlich dargestellt.



Text und Foto: © Jacqueline Myrrhe, Yim Savy 

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