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Der Bayon - das Zentrum von Angkor Thom aus der Froschperspektive.

Der Bayon-Tempel ist völlig anders als Angkor Wat. Angkor Wat ist filigran und faszinierend, egal ob man davor steht, aus einer gewissen Distanz blickt, sich dem Monument von vorn oder von hinten nähert, oder in den drei Etagen der Säulengänge herumstreift. Der Bayon überwältigt den Besucher am meisten, wenn er sich nahe dem sakralen Kunstwerk aufhält oder auf die obere, runde Galerie klettert. Denn aus der Ferne glaubt man eher einen grauen Trümmerhaufen zu erblicken. Die unbeschreibliche Schönheit des Bayon-Tempels erschließt sich dem Besucher spätestens dann, wenn er auf dem Rondell der oberen Ebene flaniert. Zu jeder gegebenen Zeit ist man von mindestens 12 der insgesamt 216 steinernen Gesichter mit leeren Augen umgeben. Sie blicken entweder frontal oder im Halbprofil milde lächelnd auf den Gast hernieder oder direkt ins Angesicht. Gesichter überall – egal wohin man schaut. Dreht man sich herum, blickt man wieder in viele Kopien desselben Gesichts mit dem barmherzigen Ausdruck. Das ist spektakulär!


Bis heute sind sich die Wissenschaftler nicht einig, wer als Vorbild für die Gesichtertürme diente. Es kann ein Abbild des Erbauers Jayavarman VII. oder aber auch Buddhas sein. Die r
ätselhaften Gesichter sind heute ein Sinnbild für das berühmte Khmer-Lächeln, für den sanften Charakter der Menschen in Kampuchea.


Bemerkenswert sind die Flachreliefs auf der unteren Ebene, die auch Szenen aus dem täglichen Leben der Menschen darstellen. Im Gegensatz zu Angkor Wat, werden die Reliefs im Uhrzeigersinn „gelesen“ und der Haupteingang ist nach Osten ausgerichtet und nicht wie bei Angkor Wat nach Westen.


Der Bayon-Tempel war der Mittelpunkt des zweiten, späteren Königssitzes der Herrscher von Angkor. Auch seine Bauweise entspricht dem Wunsch des Herrschers, ein Abbild des Universums in Stein zu verewigen. Der Bayon-Tempel steht symbolisch für den Berg Meru, die Umfassungsmauern von Angkor Thom stellen das Weltengebirge dar, welches vom Urozean, einem breiten Wassergraben umgeben ist. Vier Tore, eins exakt in jeder Himmelsrichtung, sowie ein zusätzliches Tor – das Siegestor – gewähren Eintritt in die Stadt.

 

Die berühmten Gesichter des Bayon-Tempels.
         
Die eigentliche Faszination des Bayons offenbart sich auf der oberen Tempelebene.


























Weitere Fotos vom Bayon sind in der Bilder-Galerie zu finden.

Text und Foto: © Jacqueline Myrrhe, Yim Savy

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